Hundegeschichten - Rundum ein glücklicher Hund

Rundum ein glücklicher Hund
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Hurra, ich lebe wieder

Rundum ein glücklicher Hund
Veröffentlicht in Hundegeschichten · 10 Januar 2021
Seit drei Jahren war ich schon im Tierheim, das zwar besser war als mein vorheriges Zuhause, nur, wer will schon in einem Heim leben?
Kein Mensch und erst recht nicht zur Weihnachtszeit. Die Menschen wollen doch nur ein friedliches besinnliches Fest erleben. Zumindest wird das immer von ihnen  behauptet.
Nun gut, jedenfalls hatte mein Warten an diesem Samstag ein Ende. Die Tür öffnete sich und meine Lieblingstierpflegerin kam herein, schaute mich an und sagte: „Angie, Besuch für dich“.
Besuch, wer sollte mich schon besuchen, dachte ich und erhob mich langsam von meinem Platz. Im Flur standen tatsächlich zwei Frauen, eine ältere und eine etwas jüngere. Die Ältere lächelte mich an, so lief ich auch gleich auf sie zu. Sie kraulte mich hinterm Ohr, was ich besonders gerne mag.
Nach einer kurzen Unterhaltung ging es endlich los, ab ins Auto und hoffentlich in mein neues Zuhause. Die Autofahrt dauerte nicht sehr lange, bis wir an einem kleinen Hof mit Garten und einem Teich anhielten. Ganz besonders gefielen mir die Apfelbäume. Ich esse für mein Leben gerne Äpfel und nahm auch gleich einen von der Erde auf. Zwei Stunden lang durfte ich dieses wunderschöne Grundstück erkunden und genießen. Die beiden Frauen besprachen beim Kaffeetrinken, was aus mir werden sollte. Es schien ganz klar, dass die Ältere meine Mama werden sollte, nur wollte ich das auch? Mein Freund und Zimmergenosse sagte immer:  „kommt Zeit, kommt Rat“.
Plötzlich sah mich die Jüngere an und sagte: „dann wollen wir jetzt mal etwas ausprobieren. Komm Angie, wir gehen ein Stück spazieren“.
Sie nahm mich an die Leine und es ging los. Nach einer Weile sagte sie zu mir, „du hast jetzt zwei Möglichkeiten: entweder du gehst auch ohne Leine oder es wird nichts mit uns dreien. Weißt du, ich mag es nicht, einen Hund an der Leine führen zu müssen. Es war immer mein Wunsch, einen Hund zu haben, der seinen freien Lauf haben soll, aber auch gehorcht,  wenn es darauf ankommt. Dann können wir sehr gute Freunde werden, ansonsten tut es mir leid für dich.“
Hm, das war eine deutliche Ansage, aber wollte ich das nicht immer? Laufen bei Fuß, wenn es sein muss und herumspringen, wenn es ungefährlich ist. Wieder leben dürfen, sich wohlfühlen, nicht geschlagen werden, ausreichend Wasser und Fressen bekommen. Mir war klar, all das kann ich hier bekommen.
Nach diesem Zwiegespräch wurden wir die besten Freunde. Ich hatte ein schönes neues Zuhause bei liebevollen Menschen gefunden.
Hurra, ich lebe wieder!
               


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Renate Stremme
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